Das Stethoskop

Wenn man sich einen Arzt vorstellt, so trägt er einen weißen Kittel und um den Hals seinen immer treuen Begleiter, das Stethoskop. In der Tat ist es so, dass sich in den meisten Fachrichtungen dieses Instrument einfach nicht wegdenken lässt, da es wichtige Hinweise auf verschiedenste eventuell vorliegende Symptome und Krankheiten liefern kann. Sowohl der Lungenspezialist, der Kardiologe, der Kinderarzt, der Allgemeinmediziner und der Notarzt sowie viele andere Ärzte nutzen das Stethoskop für die Untersuchung des Patienten, wenn er das erste Mal in Kontakt mit dem Arzt kommt, sowie auch bei folgenden Kontrolluntersuchungen.

Ärzte nutzen das Stethoskop zum Abhören

Ärzte nutzen das Stethoskop zum Abhören

Lediglich in Fachrichtungen wie Radiologie oder Pharmakologie, welche nicht direkt mit der Untersuchung des Patienten, sondern als Dienstleister anderer Fachrichtungen für die Behandlung der Patienten zuständig sind, ist es vorstellbar, ohne ein Stethoskop im Alltag auszukommen. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass auch ein Radiologe für den Notfall ein Stethoskop in der Kitteltasche mit sich führt. Für das orientierende Abhören des Bauches, der Lungen und des Herzens, medizinisch auch Auskultation genannt, legt der Arzt den so genannten Kopf des Stethoskopes auf die jeweilige Stelle und steckt sich die Oliven, die am Ohrbügel befestigt sind, in die Ohren. Auch beim Messen des Blutdrucks mit einem Blutdruckmessgerät wird das Stethoskop benötigt.

Das natürliche Geräusch, das im Körper produziert wird, besteht physikalisch gesehen aus Schallwellen. Diese werden von der Membran oder einem einfachen Trichter beim Doppelkopfstethoskop aufgenommen und durch die Luft im sich anschließenden Schlauch bis in die Ohrbügel weitergeleitet. Durch die exakt abdichtenden Ohroliven kann der Arzt diese Schallwellen dann mit seinen eigenen Ohren wahrnehmen und beurteilen. Ein Stethoskopkopf besitzt mindestens eine Membran, bei Doppelkopfstethoskopen zusätzlich einen Trichter. Mithilfe der Membran lassen sich höhere Frequenzen wie z.B. die der Lungengeräusche besonders gut abhören, während der Arzt den Trichter nutzt, um die tieferen Frequenzen der Herzgeräusche zu beurteilen.

Die Kunst der Auskultation wird leider zunehmend nicht mehr gut genug von vielen Ärzten beherrscht. Laut Statistiken sind nur 17% aller Ärzte fähig, das Abhören richtig durchzuführen und danach die gehörten Geräusche richtig einzuordnen und zu interpretieren. Insbesondere die Herzauskultation stellt eine besondere Herausforderung dar und verlangt dem Arzt langjährige Erfahrung und Übung ab. Natürlich wäre es möglich, ohne ein Stethoskop auszukommen und direkt den Patienten abzuhören, indem man das Ohr an den Körper anlegt wie es vor 1816 praktiziert wurde, als es dieses Instrument noch nicht gab. Jedoch ist es sowohl für Arzt und Patient angenehmer und komfortabler, ein Stethoskop zu nutzen und damit auch eine gewisse Privatsphäre während der Untersuchung zu wahren und gleichzeitig einen Hygienestandard zu gewähren.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*